EM-Silber für Kraftdreikämpferin Ines Kahrer: "Als ich es realisiert habe, sind schon ein paar Tränen gekullert"
„Bei der Europameisterschaft war die Leistungsdichte enorm hoch und so war es im Vorhinein schon zu erwarten, dass es einen spannenden Kampf um die Podestplätze geben würde“, verrät die frisch gebackene Vize-Europameisterin im Kraftdreikampf. Kahrer bewältigte 225 Kilogramm in der Kniebeuge, legte beim anschließenden Bankdrücken 157,5 Kilogramm nach – so viel wie keine andere Athletin. 195 Kilogramm im Kreuzheben bedeuteten am Ende einen Gesamtscore von 577,5 Kilogramm und die verdiente Silbermedaille. „Ich habe bewusst nie auf die Anzeigetafel geschaut und habe erst am Schluss realisiert, dass es Silber geworden ist – da sind dann schon ein paar Tränen gekullert. Ich hatte noch nie so ein gutes Ergebnis in so einem starken Teilnehmerfeld.“
Neue Bestmarke trotz Handicap
Dass Kahrer ihre persönliche Bestmarke gleich um 15 Kilogramm in die Höhe schrauben konnte, ist angesichts ihrer im Spätsommer erlittenen Schulterverletzung besonders hoch einzuordnen. „Nach der Staatsmeisterschaft Anfang September ging wirklich gar nichts mehr, ich konnte nicht einmal mehr meinen Arm heben. Deshalb musste ich meinen Trainingsplan umstellen und erst einmal schauen, im Alltag wieder schmerzfrei zu werden. Erst nach Weihnachten habe ich dann wieder begonnen, etwas intensiver zu trainieren.“
„Habe vor lauter Aufregung gezittert“
Um bei Großereignissen die Bestleistung abrufen zu können, arbeitete Kahrer in der Vergangenheit mit einer Sportpsychologin zusammen. Ihre Nervosität vor Wettkämpfen habe dadurch deutlich abgenommen, betont die Innviertlerin. „Vor meiner ersten Europameisterschaft habe ich zwei Wochen lang kaum ein Auge zugemacht. Mittlerweile verlasse ich mich auf meine Routine, obwohl ich auch diesmal vor lauter Aufregung zwischen den einzelnen Versuchen am ganzen Körper gezittert habe. Trotzdem schaffe ich es, die Konzentration hochzuhalten, im Tunnel zu bleiben und mich auf den Wettkampf zu konzentrieren.“
2026 hält noch einige Höhepunkte für Kahrer bereit. Im August peilt die ASKÖ-Vöcklabruck-Athletin bei den European Equipped and Classic Bench Press Championships in Litauen erneut einen Stockerlplatz an. Im November steigt die Kraftdreikampf-Weltmeisterschaft in Istanbul, bei der ein Platz unter den Top acht das erklärte Minimalziel ist.
Fotocredit: EPF







